Was ist unter Asbestsanierung zu verstehen?

Bei Vorhandensein von Asbest können zwei Verfahrensweisen zur Anwendung gebracht werden:

  • Ausbau der asbestverseuchten Materialien,
  • Verkapselung der Materialien, die Asbestfasern freisetzen können, deren Ausbau jedoch nicht möglich ist (man spricht hier von emissiven Materialien, das heißt sie setzen Asbestfasern frei, wenn sie beschädigt sind oder wenn daran Eingriffe wie Bohrarbeiten usw. vorgenommen werden). Die verkapselten Materialien setzen dann keine Asbestfasern mehr frei.

Die Arbeiten werden von Unternehmen durchgeführt, die auf die Sanierung von asbestverseuchten Materialien spezialisiert und hierfür zertifiziert sind. Sie setzen eine überaus strenge Organisation voraus. Sie werden nach sehr speziellen Vorschriften durchgeführt (Unterabschnitt 3).
Für jeden Eingriff wird zunächst ein Ausbau- oder Verkapselungsplan erarbeitet. Darin werden die einzusetzenden Mittel festgelegt, damit alle auf der Baustelle bestehenden Risiken Berücksichtigung finden.

Für die Asbestsanierung im Werk wurden beispielsweise folgende Mittel festgelegt: Abschottungsmaßnahmen, Luftabsaugsysteme, Schleusen, Personalduschen, persönliche Schutzausrüstungen.
Zusätzlich wurden Tools zur Kontrolle der Luftqualität eingeführt, um die Überwachung der Umweltbedingungen während des Baugeschehens abzusichern.

Die ausgebauten Materialien und abgesaugten Stäube sowie alle von der Baustelle stammenden Abfälle wurden anschließend in eine zugelassene externe Abfallbehandlungsanlage verbracht.
Die Eurométropole wählte von der technischen Seite her ein thermisches Plasmaverglasungsverfahren (plasma torch vitrification) aus. Mit diesem Verfahren werden die Abfälle auf eine sehr hohe Temperatur (1.400 bis 1.600 °C) erhitzt, die Asbestfasern somit zum Schmelzen gebracht und deren Toxizität beseitigt.